Santorini oder Santorin ist wohl eine der gehyptesten Insel der Kykladen. Hier gastieren die Reichen & Schönen, es gilt als besonders schick und auch teuer.

Aber so viele Menschen können eigentlich nicht irren, also wollten wir uns selbst ein Bild machen.

Santorini – Allgemeines und Anreise

Direkt zu Beginn unserer Reise zog es uns also auf diese 92,5 km² kleine Insel der südlichen Kykladen. Im Griechischen wird sie übrigens Thira oder Thera genannt. Ca. 18.000 Einwohner hat die Insel und in den Sommermonaten sind es täglich aufgrund der vielen Kreuzfahrtschiffe die hier anlegen vermutlich genauso viele oder sogar mehr Touristen pro Tag.

Von Frankfurt aus kann man direkt nach Santorin fliegen, bei anderen Flughäfen muss man meist einen Zwischenstopp (bei uns war das Zürich) einlegen. Ansonsten gibt es diverse Direktflüge nach Athen und von da aus fahren die Fähren alle Kykladen Inseln an. Und natürlich könnt Ihr auch eine Kreuzfahrt machen, um diese Insel zu besuchen.

Santorin gehört zu drei ringförmig angeordnete Inseln, welche eine vom Meer geflutete Caldera (vulkanischer Ursprung) darstellen. Im Zentrum befindet sich eine weitere Insel.

Berühmt sind die vielen weißen Häuser am Rande der bis zu 350m hohen Calderawand. Gleichzeitig bietet Santorin aufgrund des Vulkan-Ursprungs viele schwarze und rote Lavastrände auf der östlichen Seite. Eine Badeinsel war sie für uns deshalb nicht, wir begnügten uns damit die schönen Orte entlang der Caldera zu besichtigen.

Santorini – Die Sache mit den Eseln

Sehr oft wurde ich beim Thema Santorin auf die Esel/Maultiere angesprochen, welche Touristen die Steintreppen der Caldera vom Hafen hinauftragen. Schon beim Gedanken daran schüttelt es mich, dass so ein armer Esel mich da hochschleppen soll, weil ich zu faul bin oder zu bequem. Das ist pure Tierquälerei bei den Temperaturen in der prallen Sonne! Mittlerweile gibt es die Auflage, dass Personen maximal 100kg wiegen dürfen, um von den Eseln mitgenommen zu werden – ein winziges Trostpflaster – mehr aber nicht!

Wer immer noch meint „Den Tieren gehts da doch gut“ soll sich bitte dieses Video anschauen!

https://www.instagram.com/p/BzOfRunApPg/

Ich hoffe inständig, dass diese Transportart der faulen Touristen einfach abgeschafft wird. Zumal es mittlerweile in Fira eine Seilbahn gibt und Esel absolut nicht mehr benötigt werden.

588 Stufen sind es insgesamt >> Die kann man doch auch mal laufen! So hat man sich auch gleich das Abendessen verdient 😉

Santorini – Hauptort Fira

Die Hauptstadt von Santorin war unsere „Homebase“ bei 2,5 Tagen auf der Insel. Von hier aus kann man zu Fuß durch die vielen kleinen Gassen schlendern und von Shop zu Shop und Restaurant zu Restaurant bummeln. Am Rande der Caldera hat man immer eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und die unter einem liegenden Kreuzfahrtschiffe und Yachten.

Santorini – Wanderung nach Imerovigli und Oia

Auf der Insel gibt es einige Wanderwege und der wohl bekannteste ist der von Fira über Imerovigli nach Oia ganz im Norden. Wir waren auch recht motiviert die (angeblich nur knapp 3-stündige) Wanderung entlang der Caldera durchzuziehen, aber…

  1. Es war mit 30 Grad ziemlich heiß
  2. Durch Erdrutsche waren Teile gesperrt und die Wanderung hätte sich um eine nicht gerade kurze Strecke ins Inland kurz vor Oia verlängert
  3. Für die 30min von Fira nach Imerovigli haben wir schon 1 Stunde gebraucht (inkl. Foto- und Hitzestops)
  4. Wir wären vermutlich nicht pünktlich zum Sonnenuntergang angekommen
  5. Zwischen Imerovigli und Oia gibt es nichts zu sehen außer Kraterrand und Meer, was man auch sonst von überall erblicken kann
  6. Dafür gibt es dort eines nicht: Schatten!

 

Also kehrten wir im wunderschön verwinkelten Imerovigli ein und kühlten uns bei einem Frappé erst einmal wieder ab.

Den Weg von Fira nach Imerovigli kann ich aber auf jeden Fall empfehlen, weil es hier viel anzuschauen gibt und es zwischen Natur und weißen hübschen Häusern wechselt. Die Gassen hier sind noch einmal schmaler und verwinkelter als in Fira und auch Oia. Ein zuckersüßer Ort mit vielen schicken Unterkünften in direkter Hanglage mit Blick aufs Meer. Eine ganz spezielle Architektur an der ich mich nicht sattsehen konnte.

 

Mit dem Bus kommt ihr dann ganz bequem (oder weniger bequem im Stehen) für 1,80 EUR nach Oia. Dieser fährt auch recht regelmäßig den ganzen Tag. Informiert Euch aber vorher am besten im Hotel wann der letzte Bus zurück fährt. Hier zahlt man übrigens während der Fahrt bei einer Dame, die durch den Bus läuft, bzw. sich schiebt weil der gut voll sein kann.

Santorini – Sonnenuntergang in Oia

…oder auch Ia. Was ich schnell gelernt habe >> In Griechenland haben viele Orte mehrere Namen und Schreibweisen.

Oia wirkt grundsätzlich etwas ruhiger und verschlafener als Fira, allerdings müsste man sich dafür die Touristenmassen wegdenken, welche den berühmten Instagram-Hotspot „Three Blue Domes“ und den weltberühmten Sonnenuntergang sehen wollen.

Hier findet ihr die berühmten in die Klippen geschlagenen, gekalkten Häuser welche oft sehr hochpreisige Hotels und Wohnungen beherbergen. Zudem führen auch hier viele kleine verwinkelte Gassen entlang der Boutiquen und Restaurants, sowie Bars.

Ein „Selfie“ mit den Three Blue Domes haben wir uns gespart – man hätte zu lange Schlange stehen müssen (kein Scherz). Wie Ihr diese Fotopunkt findet >> Folgt einfach den Massen, dann gelangt ihr automatisch dorthin.

Genauso wie zur kleinen Burgruine von der man den besten Blick auf den Sonnenuntergang über dem Meer und die vielen weißen Häuser, sowie den Mühlen hat. Wir hatten Glück, dass Plätze auf der Mauer frei wurden und wir nur noch eine Stunde bis zum Untergang der Sonne ausharren mussten. Viele warten schon 2 Stunden vorher darauf, um sich die besten Plätze zu sichern. Wer in den Restaurants einen Platz bekommen möchte, sollte reservieren oder auf viel Glück hoffen 🙂

Der Sonnenuntergang war auch wirklich schön und es ist toll anzusehen wie sich die weißen Häuser langsam golden färben. Ganz romantisch …. mit ca. 200 anderen Touristen auf engstem Raum 😉

 

Unterhalb der „Burg“ befindet sich auch ein kleiner Hafen, der mit einigen schönen Tavernen lockte. Uns war der Weg dann allerdings etwas zu steil und anstrengend, einen Esel wollten wir natürlich nicht nehmen, also suchten wir uns ein anderes Restaurant in Oia.

Santorini – Weitere Sehenswürdigkeiten

Wir hatten uns für die kurze Zeit keinen Mietwagen genommen und wollten am Rand der Caldera bleiben. Wer mehr Attraktionen entdecken möchte, hier eine Liste mit möglichen Ausflugszielen:

  • Ausgrabungen von Alt-Thera und Akrotiri
  • Archäologisches Museum in Fira
  • Mineralien- und Fossilienmuseum in Perisa
  • Überfahrt und Besuch der Kraterinseln Palea Kameni und Nea Kameni

Santorini – Kulinarische Tipps

Das Frühstück hatten wir in unserem Hotel inklusive und war auch richtig gut und der perfekte Start in den Tag. Meine Hotelempfehlungen für die drei besuchten Kykladeninseln findet Ihr im entsprechenden Blogpost *hier*

Ansonsten haben wir in folgenden Lokalen getrunken und gespeist:

Zafora (Fira)

Für einen erfrischenden Nachmittagsdrink war dieses Restaurant mit großem Außenbereich auf mehreren Etagen eine gute Wahl. Es liegt nahe der Seilbahn und damit am nördlichen Ende von Fira. Die Bewertungen auf Google sind nicht gerade überragend (3,4), aber unsere Drinks (Frappé und Eisschokolade) waren köstlich. Und die erhöhte Lage bedeutete nicht nur Blick auf die Gassen von Fira, sondern (viel wichtiger) angenehmer Wind!

Restaurant Ampelos (Fira)

Am südlichen Ende von Fira liegt dieses Restaurant, welches sich über der Caldera-Promenade befindet und damit einen fantastischen Blick von der Außenterrasse bietet. Hier kann es etwas windig werden, aber der Service fährt dann gerne die transparenten „Fenster“ herunter, damit Euch nicht der Salat vom Teller fliegt ^^

Hier hatte ich mein erstes leckeres griechisches Souvlaki und meine Liebe für Pitabrot begann.

 

Tropical Bar (Fira)

Mittig von Fira direkt am Rand der Klippe liegt diese Bar, welche wir zufällig zum Sonnenuntergang entdeckten. Der Balkon ist klein und schmal, aber man sitzt gefühlt über dem Wasser und hat eine fantastische Sicht auf den Sonnenuntergang.

Die Drinks waren köstlich und für Santorini-Verhältnisse preiswert, dazu eine sympathische Kellnerin und der Abend kann perfekt ausklingen. Nach Sonnenuntergang startet übrigens die Happy Hour 🙂

Pelican Kipos (Fira)

Mit Öffnungszeiten von täglich 8:00 bis 0:00 Uhr könnt Ihr hier Frühstücken, Mittagessen und auch Abendessen einnehmen. Für meine Freundinnen war es ein Cocktail-Abschluss am Abend und ich hab meine Kalorien in ein Dessert investiert. Natürlich hat auch die unfassbar schöne „instagramable“ Location dafür gesorgt, dass es uns ins Pelican Kipos zog. Wer sitzt nicht gerne mitten im grünen Dschungel?

Und auch wenn man mein Schoko-Soufflé wohl vergessen hatte und ich es auf Nachfrage recht spät bekam, war es köstlich!

 

Blue Note (Imerovigli)

Mitten in Imerovigli und nach 1h „Hitzewanderung“ war es ein willkommener Platz um durchzuatmen und etwas Kühles zu trinken. Gleichzeitig hat man von der Dachterrasse einen tollen Blick über den ganzen Ort, der direkt an der Klippe gebaut wurde.

 

SPHINX (Oia)

Ein zufällig ausgewähltes Restaurant zum Abendessen in Oia, nachdem einige Versuche einen Tisch ohne Reservierung kurz nach Sonnenuntergang zu bekommen erfolglos waren. Auch im SPHINX hatten wir nur Glück auf der Dachterrasse einen Tisch zu bekommen, weil eine Reservierung storniert wurde. Das wir so nach einem verschwitzten Tag eher in einem Nobelrestaurant gelandet sind lies man uns seitens des Personals zum Glück nicht spüren. Wie eigentlich überall war der Service super nett und angenehm.

Der Blick auf die andere Seite der Insel zeigt, wie schmal das Land an dieser Stelle ist. Das Essen war köstlich und der Gruß aus der Küche spannend. Vermutlich das erste Mal, dass ich Molekularküche probiert habe.

Toll fand ich übrigens, dass hier Papierstrohhalme genutzt werden.

Santorini – Weiterreise per Fähre

Dass Reisen per Fähre zwischen den Kykladen chaotisch sein soll ist ein Klischee was sich hält. Im Falle von Santorini allerdings zu Recht. Obwohl wir nicht einmal zur Hauptsaison (Juli/August) dort waren, herrschte trotzdem ganz schönes Chaos. Der Hafenbereich ist viel zu schmal und klein für Fährreisende, Kreuzfahrer die vom Tagestrip abgeholt und zurückgebracht werden und LKWs und Transport, die auch mitmischen.

Gleichzeitig gibt es keine verschiedenen Terminals und alle Reisenden mischen sich durcheinander, so dass man schon selbst gut aufpassen muss, wenn die eigene Fähre kommt. Tickets werden erst auf der Fähre kontrolliert, nachdem sie schon abgelegt hat. Und im Zweifel steht man dann auf dem falschen Boot und kann zusehen wie man auf der nächsten Insel seine Reise fortsetzt.

Plant also (besonders in der Hauptsaison) genug Zeit ein, um zum Hafen zu kommen. Die einzige Zufahrtsstraße ist natürlich von Staus gebeutelt und man sollte etwas Zeit einplanen um einen Überblick zu bekommen 🙂

Santorini – Fazit: Worth the Hype?

Ja! Die Insel ist so schön wie man es von all den Bildern kennt. Weiße Häuser, kleine Gassen, schicke Shops, gute Restaurants & Bars und das alles am Rande des Abhangs der Caldera gebaut. Ganz besonders und dadurch auch besonders beliebt.
Besonders morgens und abends, wenn die Kreuzfahrer wieder von der Insel verschwinden wird es etwas ruhiger und angenehmer. Und natürlich in der Nebensaison. Jeder Grieche wird Euch abraten die Kykladen im Juli/August zu besuchen. „Zu heiß – zu überfüllt“ heisst es dann!

 

Weitere Postings zu den Kyklade:

Allgemeine Infos
Hotemepfehlungen

 

Kennt Ihr Santorini?
Habt Ihr List die Insel zu bereisen?

 

2 Gedanke zu “2 Tage Santorini – Worth the Hype?”
  1. Irgendwann möchte ich auf jeden Fall auch mal nach Santorini! Das sieht wirklich unheimlich schön aus und ich war ja allgemein noch nie in Griechenland.

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