Mittwoch 30.10.2019 – Südgeorgien Tag 2

#1 Fortuna Bay
Der Tag startet erneut mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Was für ein Glück wir haben ist kaum zu erklären. Selbst die Crew ist fasziniert. So können wir wieder sehr angenehm mit den Zodiacs rausfahren und beginnen in Fortuna Bay, wo Shackleton seinen letzten Part quer über die Insel startete. Einige erfahrene Wanderer – und die die es sich zutrauen – beginnen nach der Besichtigung der Königspinguinkolonie ihre Wanderung entlang genau dieser 6km langen Route bis nach Stromness Harbour, unserer zweiten Anlandung an diesem Tag.

Ich selbst entscheide mich dagegen, da ich mir unsicher bin, ob der „Hike“ nicht doch zu anspruchsvoll für mich ist. Man bedenke, dass ich zuletzt im Harz gewandert bin. Und dort nicht auch noch Schnee auf den Wegen liegt wie hier. So kann ich mit den anderen „Nicht-Wanderern“ noch mehr Zeit in dieser riesigen und wunderschönen Bucht verbringen. Das Bergpanorama im Hintergrund ist atemberaubend. Vor allem auch, weil es komplett naturbelassen ist und nur wenige Menschen hier überhaupt hinkommen.

Es ist schön sich einfach einmal Zeit zu nehmen, um sich in entsprechender Entfernung zu den Pinguinen hinzusetzen und sie zu beobachten. Die Kamera Kamera sein lassen und das lustige Verhalten der großen Pinguine zu betrachten. Und mit etwas Glück sind sie so neugierig, dass sie auch einmal näher kommen, um zu schauen was diese ganzen Menschen in roten Parka dort eigentlich so treiben. Denn die Pinguine wissen natürlich nichts vom 5 Meter Abstand.

Aus dem Schiffsprogramm: Fortuna Bay
Diese Bucht ist benannt nach dem Walfangboot Fortuna, welches als erstes Anfang 1900 von Grytviken aus auslief. Außerdem begann hier die letzte Etappe von Shackleton´s Inselüberquerung. Der 6km lange Fjord führt zum Herzen von Südgeorgiens rauher Gletscherlandschaft. Hier finden Sie ein spektakuläres, alpines Panorama, doch die Hauptattraktion ist wohl die Königspinguin-Kolonie, welche sich mit 7.000 Brutpaaren etwas weiter hinten im Auslaufbecken des König Gletschers befindet.

 

#2 Stromness Harbour
Nach einer kleinen Mittagspause an Bord des Schiffes setzen wir währenddessen über zur anderen Bucht, wo wir später wieder auf die Wanderer treffen. Hier befand sich von 1907 bis 1961 die Walfangstation Stromness Harbour, welche nun verlassen ist und nach und nach zerfällt. Aufgrund des verarbeiteten Asbests in den Gebäuden ist ein Sicherheitsabstand von 200m einzuhalten. Ein „Lost Place“ den sich nach und nach die Natur einfach wieder zurückholt. So liegen einige Pelzrobben & Seeelefanten am Strand und entlang des kleinen Baches, welcher zu den Bergen führt. Auch ein paar Pinguine begleiten die flache Wanderung Richtung Berge.

 

So kann ich auch wenigstens ein paar Schritte machen und Bewegung bekommen. Das ist natürlich besonders wichtig, denn an Bord wartet nach einer Rückschau auf den Tag und die erneute Vorschau auf den kommenden das Abendessen. Vorher springen aber einige von uns noch in den Whirlpool, um sich ordentlich zu erholen. Das gelingt sehr schnell, denn zusammen mit der traumhaft schönen Landschaft im Hintergrund und netten Menschen um einen herum.

 

Vor dem Abendessen steht allerdings ein erneutes „Biosecurity Cleaning“ an, da es am kommenden Tag eine offizielle Inspektion des Schiffes selbst und auch unserer Schuhe, sowie der Ausrüstung gibt, die wir an Land bringen möchten.

Aus dem Schiffsprogramm: Stromness Harbour
Hier beendete Shackleton seine epische Reise, als er in die Walfangstation von Stromness einlief, welche heutzutage zerfallen ist. Die Walfanggesellschaft Sandefjord startete hier 1907 ihre Tätigkeit bis die Station in der Saison 1960-61 geschlossen wurde. Heutzutage bekommen hier Pelzrobben und See-Elefanten ihre Jungen und wechseln ihr Fell, und es scheint, als gefiele ihnen der Schutz der alten Gebäude.